3.1. Holzernte

 

3.1.1 Holzernte auf Kampfmittelverdachtsflächen

Das Land Brandenburg ist das am stärksten mit Kampfmitteln belastete Bundesland. Allein im Landeswald fallen ca. 120.000 ha unter Kampfmittelverdacht. Es besteht ein hohes Gefährdungspotenzial - Kampfmittelbelastung im forstlichen Handeln, dargestellt in Kampfmittelverdachtsflächenkarten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes.

Seit 2007 werden die Landeswaldflächen durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg systematisch nach Gefahren durch Kampfmittel in den Pflegeblöcken in Kooperation mit dem KMBD untersucht. Hierfür wurden in den vergangenen 9 Jahren fast bis zu 10,00 Mio. € (brutto) eingesetzt und somit ca. 57.000 ha Landeswald auf eine Gefährdung eingeschätzt und mehr als 251 Tonnen Kampfmittelfunde entsorgt. Durch diese Untersuchung konnten 30.122 ha (ca. 53 %) aus dem Kampfmittelverdacht entlassen werden. 26.830 ha gelten weiter als kampfmittelbelastet. Um die weiterhin als kampfmittelbelastet geltenden Flächen im Landeswald zu dezimieren, beauftragt der LFB als Einzelmaßnahmen seit 2010 vollflächige Absuchen und Flächenräumungen. Somit konnten bisher weitere 940 ha durch den KMBD als kampfmittelfrei erklärt werden.

Aufgabenwahrnehmung zur Kampfmittelberäumung durch den KMBD nach Vereinbarung mit dem LFB. Zur Auftragsausführung werden private Kampfmittelräumfirmen nach Durchführung einer Ausschreibung der zu erbringenden Leistung eingesetzt.

 

KMBDbergen, transportieren, lagern und vernichten
Kampfmittelräumfirmen (nur zur Suche beauftragt)suchen, angraben und freilegen von Kampfmitteln unter zur Hilfe nahme von  Forstwirten als Räumstellenhilfskräfte

Das Suchen von Kampfmitteln erfolgt ausschließlich unter Fachaufsicht des KMBD.

Effekt der Gesamtkonstellation, nicht nur des Einsatzes von Forstwirten als Räumstellenhilfskräfte ist, dass bei Einsparung von Haushaltsmittel mehr Landesfläche kampfmittelfrei in die uneingeschränkte forstliche Bewirtschaftung überführt werden kann.

Im Landeswald werden auch auf Flächen, die für den Holzeinschlag freigegeben sind, aber als Kampfmittelverdachtsflächen gelten, geschützte Spezialmaschinen in dem Leistungsmodell Fällen und Rücken in einem verknüpften Arbeitsprozess eingesetzt. Hier kommen technische Modifikationen der Maschinenkombination Harvester und Forwarder zum Einsatz. Hierbei wurde durch ein privates Unternehmen ein explosionsgeschütztes Logistikkonzept für Beräumungsunterstützung und Waldbewirtschaftung auf munitionsbelasteten Flächen erarbeitet und zur Anwendung gebracht.

 
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