3.1. Holzernte

 

3.1.2 Pflegliche mechanisierte Nadellangholzernte

Aus Gründen der Vermarktung kann es für Forstbetriebe vorteilhaft sein, Nadellangholz nicht nur in motormanuellen, sondern auch in hochmechanisierten Verfahren bereit zu stellen. In der Praxis wird die mechanisierte Langholzernte wegen der erhöhten Ganzbaum-Manipulation in der Regel mit deutlich höheren Schäden am verbleibenden Bestand assoziiert, als bei der Aushaltung von Kurzholz. Für das tatsächliche Schadensniveau bei der Holzernte ist aber neben der Aushaltungslänge eine Vielzahl weiterer Faktoren von Bedeutung. Neben „harten“ also gemeinhin messbaren Faktoren, die sich auf die Höhe der Bestandesschäden auswirken, wie z.B. die eingesetzte Technik, gilt es vor allem auch die „weichen“ Faktoren, die schwer oder kaum messbar sind, wie z.B. die Motivation der Akteure, in die Betrachtung miteinzubeziehen.

In der Vorführung wird das im Städtischen Forstamt Villingen-Schwenningen seit Jahren eingeübte und bewährte Verfahren der Pfleglichen mechanisierten Nadellangholzernte vorgestellt:

Mechanisierte Langholzernte im Stadtwald Villingen-Schwenningen

Zunächst findet die Bearbeitung der Kranzone durch den Rad-Vollernter statt. Danach werden die gefällten Stämme durch den Klemmbankschlepper/Tragschlepper zum Fahrweg gerückt. Zeitlich davon entkoppelt (zeitliche Entflechtung der Maßnahme) wird meist im Folgejahr der Mittelblock motormanuell in Richtung Rückegasse zugefällt bzw. einzelne starke Baumindividuen, die in der Kranzone verblieben sind, werden ebenfalls gefällt. Direkt anschließend werden dann die zugefällten Bäume durch den Vollernter aufgearbeitet. Abschließend wird das an der Rückegasse abgelegte und somit vorkonzentrierte Holz mit dem Klemmbankschlepper/Tragschlepper an den Fahrweg gerückt. Zwischen Vollernter und Klemmbankschlepper/Tragschlepper wird dabei ein halber Tag Versatz eingeplant, um ein zu enges Arbeiten bzw. Auflaufen der Maschinen und dadurch entstehende gegenseitige Behinderungen zu vermeiden und somit die Effizienz des Verfahrens zu gewährleisten.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg werden auf dem Exkursionsbild erläutert, insbesondere der exakte Verfahrensablauf, sowie die Kosten und Leistungen des Systems. Bei der Ernte der Ressource Holz steht, neben wirtschaftlichen Interessen, der schonende Umgang mit der Ressource Wald an oberster Stelle. Die Schädigung von Bäumen während der Holzernte führt in den meisten Fällen zu einer Entwertung der Holzqualität, die die potenzielle zukünftige Wertschöpfung mindert; deshalb wurden beim zu zeigenden Verfahren, die in der Praxis auftretenden Bestandesschäden  in einem Praxisversuch exakt ermittelt und deren Ergebnisse werden auf dem Exkursionsbild präsentiert.

 
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