3.5 Energieholzernte

3.5.2 Entrindende Harvesterfällköpfe - wenn gleich im Bestand entrindet wird

Fokus: Waldschutz und Nährstoffentzug

Entrindende Harvesterköpfe bearbeiten mit besonders geformten Einzugswalzen die Bäume während der Aufarbeitung so, dass die Rinde abfällt und im Bestand verbleiben kann. Die Technik ist von der Ernte in Eukalyptus-Plantagen bereits bekannt und dort weit verbreitet.

Die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) testen gemeinsam in einem von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Forschungsprojekt

  • ob entrindende Fällköpfe an den Baumarten in Mitteleuropa funktionieren,
  • wie viel Prozent der Rinde sie zu welchen Jahreszeiten abstreifen, und
  • wie ihr Einsatz für aktuelle Anforderungen der Forst- und Holzwirtschaft in Mitteleuropa optimiert werden kann.

 

Das gesamte Holzernteverfahren wird technisch, ökonomisch und ökologisch umfassend untersucht und bewertet.

Wenn mit entrindenden Fällköpfen ein größerer Teil der Rinde als bei konventioneller Ernte im Bestand verbleibt, würde damit die mit der Holzernte verbundene und auf nährstoffarmen Standorten problematische Entnahme von Nährstoffen reduziert. Bei Kalamitäten würde die sofortige Entrindung von Fichten die Waldschutzsituation und den daraus resultierenden Absatzdruck in der Holzvermarktung entspannen.

Energieholzsortimente könnten schneller und ohne Besiedlung durch Pilze und rindenbrütende Insekten trocknen. Bei der Verbrennung rindenfreier Scheite und Hackschnitzel würde weniger Asche anfallen und in der Folge auch weniger Feinstaub emittiert werden.

Den Vorteilen gegenzurechnen sind Mehrkosten bei der Aufarbeitung, die im Forschungsprojekt ermittelt werden, und geringere Rindenmengen zur energetischen Verwertung für die Holz(energie)wirtschaft.

 
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