4.4 Fokusthema: Walderschließung

Die Firma Szuchaski und Partner GbR setzt das hochmoderne Geomax Zenith 35 GPS in der Base & Rover Lösung ein

 

4.4.3 GPS gestützte Arbeitsgassenanlage und –dokumentation

Problembeschreibung:

Ein funktionales, den Zertifizierungsstandards und den technischen Gegebenheiten der hochmechanisierten Holzernte angepasstes Feinerschließungsnetz ist ein wesentlicher Baustein für einen ökologisch und wirtschaftlich sinnvollen Maschineneinsatz.

Das Wissen über so ein Feinerschließungsnetz ist häufig lediglich in den Köpfen der Revierleitungen oder händisch auf einer (Papier-) Karte gesichert. Da die durchschnittliche Revierleitung im Land Hessen über 50 Jahre alt ist, stehen in den nächsten Jahren altersbedingt viele Stellenwechsel an. Das Risiko, dass das Wissen über das Feinerschließungsnetz hierbei mit pensioniert wird, ist zumindest in großen Teilen sehr realistisch. Gleichzeitig genügt vielerorts das Gassenetz nicht (mehr) dem aktuellen Zertifizierungs- bzw. Maschinenstandard.

Verschiedene Lösungswege:

Hessen-Forst ist sich diesen Problematiken bewusst und entwickelt deswegen zur Zeit verschiedene Lösungen, um zum einen draußen weiterhin qualitätsgesicherte Arbeitsgassen anzulegen und zum anderen diese im betrieblichen GIS (bGIS) zu dokumentieren. Nur durch eine Dokumentation im bGIS ist eine dauerhafte, personenunabhängige Erfassung und Wahrung der Arbeitsgassen gegeben. Aus diesem Grund wurde im bGIS ein neuer Layer „Arbeitsgassen“ eingerichtet.

In der Praxis sieht es meistens so aus, dass die Gassen mit herkömmlichen Methoden (in erster Linie Bussole) angelegt werden und dann in einem zweiten Arbeitsschritt im bGIS dokumentiert werden. Dies kann entweder draußen mit dem GPS-Sensor des Holzaufnahmegerätes oder im Büro am PC erfolgen. In beiden Fällen handelt es sich um eine relativ ungenaue, schematische Erfassung.

Thema des Exkursionspunktes:

Eleganter wäre es, wenn die Erfassung und die Dokumentation in einem Arbeitsschritt erfolgen würden. Außerdem würden hochgenaue Daten ein großes Potenzial bergen, da es damit evtl. in Zukunft möglich sein könnte, Maschinen im Bestand zu steuern.

Die GPS-gestützte Steuerung von Harvestern ist z. Zt. noch Zukunftsmusik. Was aber jetzt schon Realität ist, ist der Einsatz von speziellen Vermessungs-GPS-Geräten, die mit Hilfe eines Korrektursignals im geschlossenen Bestand mit Zentimeter-Genauigkeit messen können.

Hessen-Forst kooperiert zu diesem Zweck mit der Firma Szuchalski & Partner. So ist es uns gelungen, mittels GPS-Technik Gassen im Bestand anzulegen und sie im selben Arbeitsschritt zu dokumentieren. Auch wenn die hochgenaue GPS-Technik im Wald noch Neuland ist, zeichnet sich schon jetzt das große Potenzial dieser Technik ab.

Hessen-Forst wird zusammen mit der Fa. Szuchalski & Partner an dem Exkursionspunkt 4.4.3 „GPS gestützte Arbeitsgassenanlage und –dokumentation“ die Anlage und Dokumentation von Arbeitsgassen mittels hochgenauer GPS-Technik demonstrieren.

 
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