Verfahrenstechnik der schematischen Jungbestandspflege im Nadelholz mit Freischneider

Die Ausgangslage

Die Übervorräte an Fichten-Althölzern des Forstbetriebes Ebnat wurden durch die Stürme Wiebke und Lothar sowie den darauf folgenden Käferkalamitäten völlig abgebaut.

Übrig geblieben sind ca. 600 ha Naturverjüngungsflächen mit Fichten-Bürstenwüchsen und einzelnen Laubhölzern, die aus einem Guss, ohne Selbstdifferenzierung hochgewachsen sind.

Durch das verschobene Altersklassenverhältnis in dem fast die Hälfte der Betriebsfläche in der 1. und 2. Altersklasse liegt, entstand die Notwendigkeit ein Behandlungsmodell zu entwickeln welches die Lücke in den 4. und 5. Altersklassen möglichst schnell wieder ausgleicht.

 

 

 

 

 

Die Lösung

liegt in den Schlagworten: 

 „Runter mit den Stammzahlen und runter mit der Umtriebszeit“.

Die stammzahlreiche Fichtennaturverjüngung wird mit nur einem Eingriff auf 1600 bis 2000 Stück je ha plus Mischbaumarten reduziert. Folgende Ziele werden dabei verfolgt:

  • Die erste Durchforstung bei einer Oberhöhe von ca. 15 m soll die bereits in die Fläche investierten Kosten der Stammzahlreduzierung decken und darüber hinaus einen positiven Deckungsbeitrag erbringen.
  • Das produzierte Holz muss der Güteklasse B entsprechen. 
  • Das h/d-Verhältnis der herrschenden Bäume darf den Wert 80 nicht überschreiten, um eine gute Einzelbaumstabilität zu erreichen.
  • Der Zieldurchmesser von 45 cm BHD bei der Fichte muss im Alter 70 erreicht sein, um das Sturmwurf- und Käferrisiko zu minimieren.
16 jährige Fichte, Pflege 2005. In den ersten 15 Jahren im Dichtstand durchschnittliche Jahrringbreite von 2 mm, nach der Standraumerweiterung 4 mm Jahrringbreite.

Wir zeigen

in der Praxis den Einsatz von Freischneidegeräten zur schematischen Reduktion der Stammzahlen und der Mischwuchsregulierung in Fichten-Bürstenwüchsen bei einer Oberhöhe von 3-5 m.

Folgende Themen werden dabei angesprochen:

  • Schulung der Forstwirte
  • Arbeitsvorbereitung / Arbeitssicherheit
  • Planung und Einteilung der Arbeitsfelder
  • Arbeitstechnik mit dem Kreissägeblatt
  • Selbstkontrolle zur Überprüfung der Stammzahlen
  • Planzeiten für den Einsatz von Freischneidegeräten

Geschult wurden unsere Forstwirte von Forstwirtschaftsmeister Martin Nolte vom Forstlichen Bildungszentrum NRW in Arnsberg, der uns freundlicherweise auch die neu überarbeiteten Schulungsunterlagen für die Präsentation überlassen hat.

 
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