Motormanuelle Starkholzernte im Übergangsgelände (bis 50 % Hangneigung) mit traktionswindenunterstütztem Forstspezialschlepper - im Laubholz

Das Verfahren eignet sich für noch befahrbare, durch Rückegassen erschlossene Steillagen bis 50% Hangneigung. Prinzipiell ist es sowohl in Nadel- als auch in Laubholzbeständen anwendbar. Es empfiehlt sich für die motormanuelle Aufarbeitung von Starkholz zu Standardlängen in Beständen, in denen die maschinelle Fällung, Manipulation und Aufarbeitung durch Vollernter an ihre Grenzen stößt. Voraussetzung ist eine Rückegassenerschließung der Hangbestände in Falllinie mit Abständen von etwa 40 m.

Der Einschnitt zu Standardlängen, in Einzelfällen auch Mehrfachlängen, erfolgt am Fällort. Dies wird durch freie Wahl der Fällrichtung zur nächstgelegenen Rückegasse ermöglicht, woraus gleichzeitig verkürzte Vorrückedistanzen resultieren. 

Ziel ist es, möglichst fertig aufgearbeitete Standardlängen durch einen traktionswindenunterstützten Forstspezialschlepper auf der Rückegasse für das nachfolgende Rücken mit Tragschlepper vorzurücken. Bei Stammabschnitten außerhalb der Kranzone des Forstspezialschleppers sowie in Laubholzbeständen werden Mehrfachlängen (ggf. einschnittsmarkiert) ausgehalten, bei denen sich die Restaufarbeitung an der Rückegasse anschließt.

 Der Forstspezial- und der Tragschlepper müssen über einen leistungsfähigen Kran sowie eine Traktionshilfswinde verfügen. Darüber hinaus muss der Forstspezialschlepper über eine Seilwinde verfügen, um für den Kran nicht erreichbare Rohschäfte bzw. Mehrfachlängen vorrücken zu können.

Die motormanuellen Fällarbeiten zu zweit werden nach „state-of-the-art“ ausgeführt und tragen nicht zuletzt durch die flexible Fällrichtung in Richtung Rückegasse(n) zu günstiger Ergonomie und Pfleglichkeit bei. Insgesamt erlaubt die solide Maschinenunterstützung bei der Aufarbeitung unter Beachtung der UVV einerseits ergonomisches Arbeiten, indem zum Beispiel die Stämme nur oberseits im Bestand entastet werden müssen. Auch trägt die Maschinenarbeit durch i.d.R. Herausheben von Stammabschnitten anstelle des weniger pfleglichen Vorrückens im Bodenschleifzug zu hoher Pfleglichkeit bei. 

Vor allem werden Befahrungsschäden in den Rückegassen durch weitestgehende Vermeidung von Schlupf auf ein Minimum reduziert. Somit bleibt die technische Befahrbarkeit erhalten und das Erosionsrisiko wird gering gehalten. 

Die Verfahrenskomponenten zeigen für sich gesehen hohe Effizienz, müssen allerdings zeitlich wegen der hohen Arbeitsleistung des Forstspezial- und des Tragschleppers gut geplant und koordiniert werden.

 
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