Optimale Wertschöpfung bei Aufschluss und Pflege von Nadelholz-Beständen durch Aushaltung von Energie- und Industrieholz

Sortimentweises Fällen/Rücken mit Energieholzharwarder; Hacken mit funkferngesteuertem Anhängehacker oder Poltern des Industrieholzes 

Die Energieholzgewinnung im Walde sieht sich von zwei Seiten verstärktem Druck ausgesetzt:

  1. Im Rahmen der stofflichen Verwertung können immer schwächere Dimensionen genutzt werden. 
  2.  Überproportionaler Nährstoffentzug (bspw. bei der Vollbaumernte) wird zunehmend kritisch betrachtet oder gar abgelehnt.

Ist auf ertragsschwachen Standorten unter diesen Umständen überhaupt noch eine wirtschaftliche Gewinnung von Energieholz möglich?

 Der Landesbetrieb Forst Brandenburg beschäftigt sich im Maschinenhof Doberlug-Kirchhain schwerpunktmäßig mit der Energieholzgewinnung unter waldbaulichen und wirtschaftlichen Grenzbedingungen.

Holzpotenziale in Läuterungsbeständen

Ziel der Aktivitäten ist es, auf ertragsschwachen Standorten unter Ausnutzung aller Wertschöpfungsmöglichkeiten und unter Berücksichtigung der Nährstoffsituation vorhandene Holzpotenziale wirtschaftlich zu nutzen. Dabei werden Angebote unterbreitet, die unter besseren standörtlichen Gegebenheiten natürlich zu entsprechenden wirtschaftlichen Effekten führen können.

Das Dilemma der jungen Bestände stellt sich in etwa so dar:

Klassische Eingriffe wurden meist ohne Holzwerbung durchgeführt und werden somit nur als Kostenfaktor wahrgenommen. Die Potenziale sowohl im Industrieholz als auch im Energieholz werden oft verkannt. Wird jedoch erst einmal mechanisiert in die Bestände eingegriffen, entsteht schnell die Forderung nach einer hohen Wertschöpfung. Der Waldbesitz gibt sich nicht mehr mit einer reinen Energieholzstrategie zufrieden, sondern fordert die Nutzung des zweifellos vorhandenen Industrieholzpotenzials. 

Wird dann in der Folge das „Restholz“ der energetischen Verwertung zugeführt, runzelt der Bodenkundler und letztendlich der Zertifizierer die Stirn: Feinreisig und Nadeln haben im Bestand zu verbleiben!

Meist ist dann der forstliche Dienstleister in der Klemme: klassische Spezialtechnik, um allen gerecht zu werden, macht die Sache so teuer, dass sich das Geschäft nicht lohnt. 

 Im Endeffekt wird unterlassen - die Gewinnung von Industrie- und/oder Energieholz oder die waldbaulich durchaus sinnvolle Maßnahme überhaupt.

Flexible modifizierte Standardtechnik

Vor 4 Jahren in Schmallenberg präsentierte die Landesforstverwaltung Brandenburg den Hackschnitzelvollernter, dessen Konzept großes Interesse fand. Dieses Konzept hat sich unter den konkreten südbrandenburgischen Einsatzbedingungen bewährt. 

Kritisch vermerkt wurde immer der Nährstoffentzug durch die Vollbaumernte, besonders in Bezug auf die standörtlichen Bedingungen im Haupteinsatzgebiet.

Hierauf und auf die Forderung nach Aushaltungsmöglichkeiten für Industrieholz wurde durch das Angebot einer weiteren Technologie reagiert. Dabei spielte auch eine Rolle, dass die verhältnismäßig hohen Investitionskosten eher ein Hemmnis für den breiteren Einsatz des Hackschnitzelvollernters darstellen. 

Energieholzharwarder auf Basis des Forwarders HSM 208 F

Die neue Technik basiert auf Standardtechnik: einem um ein leichtes Fäller-Sammler-Aggregat erweiterten Forwarder und einem Standard-Anhängehacker, der um eine Funkfernsteuerung erweitert wurde.

Der Forwarder kann mit Hilfe der einfachen Längenmesseinrichtung des Aggregates Industrieholz aushalten. Entastungsmesser ermöglichen die Entastung der verbleibenden waldfallenden Längen bis zum Zopfschnitt. Die Maschine kann aber auch klassisch im Greifer-Betrieb eingesetzt werden.

Anhängehacker Jenz HEM 420 L

Der Anhängehacker kann durch Längseinzug und drehbaren Oberwagen auch unter beengten Platzverhältnissen eingesetzt werden und wird nicht nur direkt vom Energieholzharwarder oder Forwarder beschickt, sondern über die Funkfernsteuerung auch von der Rücketechnik aus bedient. 

Die Exkursionsteilnehmer/Innen haben die Möglichkeit, sich über die Einsatzmöglichkeiten der Technik als auch über deren hohe Flexibilität zu informieren.

 
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