Bodenschutzkalkungskonzept und Biomasse/Holzasche-Kreislauf

Strategie und operative Umsetzung

Seit den 1980er Jahren wurden in Baden-Württemberg zur Kompensation von anthropogenen Säureeinträgen durchschnittlich 15.000 ha Waldfläche pro Jahr mit dolomitischem Gesteinsmehl behandelt. Dieses, auf Kompensation ausgerichtete Kalkungsprogramm, reichte nicht aus, Waldböden wieder in einen bodenchemisch stabileren, vorindustriellen Zustand zu überführen und gleichzeitig Nährstoffexporte durch erhöhte Biomassenutzung auszugleichen. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Bodenzustandserfassung wurde für Baden-Württemberg errechnet, dass hierfür jährlich eine Fläche von mindestens 21.000 ha bearbeitet werden müsste, wovon ca. 5000 ha auf den Staatswald entfallen.

Die Umsetzung dieser regenerationsorientierten Bodenschutzkalkungsstrategie setzt eine strukturierte Aufarbeitung und Zusammenführung aller planungsrelevanten Informationen voraus. Für die Ableitung kalkungswürdiger Flächen wird auf das Ergebnis einer Kalkbedarfsmodellierung, die auf Daten der bundesweit durchgeführten Bodenzustandserfassung aufbaut, sowie auf die standortskundliche Einschätzung zurückgegriffen. Durch fallweise Beprobungen und Expertenwissen werden gegensätzliche Einschätzungen zwischen diesen Modellgrundlagen aufgelöst. Restriktionsflächen wie z.B. kalkungssensitive Biotope und Habitatlebensräume werden bereits vorab aus der Plankulisse ausgeschnitten. Das um Empfehlungen zur Dosierung, zum Ausbringungsmaterial und zur Ausbringungsform ergänzte Klassifikationsergebnis ist die Grundlage für die Detailplanung auf der Ebene der Unteren Forstbehörden. Gleichzeitig kann damit im Zuge der operativen Betriebssteuerung über das Instrument der Zielvereinbarung eine systematische Abarbeitung der kalkungswürdigen Flächen landesweit vorangetrieben werden.

Am Exkursionsbild werden die Kalkungsstrategie Baden-Württembergs und deren operative Umsetzung für den Staatswald unter besonderer Berücksichtigung der Nährstoffrückführung durch die Ausbringung von Kalk-Aschemischungen dargestellt, und es werden hierfür erforderliche technische Lösungen gezeigt.

 
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