Vorsorgender Bodenschutz durch standortsgerechte Holzernteverfahren

Entscheidungsempfehlungen des Landesbetriebs Forst Brandenburg

Wie kann der Einsatz moderner Holzerntetechnik mit den Grundsätzen und Zielen naturnaher Forstwirtschaft harmonisiert und gleichzeitig auch die berechtigten Anforderungen des vorsorgenden Boden- und Umweltschutzes erfüllt werden?

Die Entscheidungsfindung zur Wahl eines Holzernteverfahrens wird meist von kurzfristiger Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit oder logistischen Vorgaben und weniger von ökologisch motivierten Rücksichtnahmen bestimmt.

Häufig werden in der Forstpraxis die prinzipiell bestehenden Variationsmöglichkeiten zur Wahl nicht nur technisch geeigneter, sondern auch standörtlich angepasster oder sogar besonders umweltverträglicher Holzernteverfahren nicht ausreichend genutzt und die Umwidmung der wertvollen Ressource Boden für die permanente Feinerschließung oder Beeinträchtigung natürlicher Bodenfunktionen durch die Schwerlastbefahrung zu wenig berücksichtigt.

Aufbauend auf Vorarbeiten der Professur Forsttechnik der TU Dresden wird das von der Arbeitsgruppe Holzernteverfahren des Landesbetriebs Forst Brandenburg 2009/10 entwickelte, standortszentrierte Entscheidungsmodell vorgestellt, das durch die Klassifizierung von natürlichem Wert des Bodens, technischer Befahrbarkeit des Standorts und technischer Eignung des Holzernteverfahrens eine kombinierte, ökologisch-technische Verfahrensbewertung ermöglicht.

Mit diesem Modell können die Anforderungen von drei vorsorgenden Bodenschutzstrategien

  • gesetzliche Mindestvorsorge
  • erhöhte Forstzertifizierungsvorsorge
  • spezielle Umweltschutzvorsorge

für jeden Standort in Form von sog. Technogrammen bildlich vereinfacht dargestellt und Empfehlungen zur Wahl von Feinerschließungsmittel und Holzernteverfahren abgeleitet werden.

Am Exkursionspunkt werden

  • das Entscheidungsmodell zur kombinierten technischen Standorts- und Verfahrensklassifizierung erläutert
  • die Entscheidungshilfe zur Wahl von Holzernteverfahren in Abhängigkeit von, Standort, Witterung, Vorsorgestufe, Gassenabstand, Baumdimension und Aufarbeitungsgrad vorgestellt
  • die Praxistauglichkeit und die Anwendungsmöglichkeit der Entscheidungshilfe mit interessierten Besuchern getestet und diskutiert
Die Komponenten des Entscheidungsmodells und die Arbeitsschritte zur Ableitung des standörtlich und technisch geeigneten Holzernteverfahrens
 
Sie sind hier: KWF-Tagung | Fachexkursion | Programm 2012
Deutsch
English
Français
Español
Русский
Polski