Beschäftigtentag auf der KWF Tagung

Donnerstag, 14. Juni 2012
im Kongresszelt der Forstmaschinen und Neuheitenschau

Donnerstag 14.6.2012;  10.00 – 11.30

Forum 1:
Forstwirtschaftsmeister Max B. 36 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, starb bei einem Unfall im Wald. Was können wir tun?

Die Unfallraten in der Forstwirtschaft sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Im Jahr 2000 gab es in den Staatswäldern der Bundesrepublik 2107 Arbeitsunfälle im Jahre 2010 waren es 934; die Tausendmannquote sank von 143 auf 101 Unfälle pro 1000 Waldarbeiter. Das ist auf den ersten Blick eine gute Entwicklung. Es sind aber im Branchenvergleich immer noch relativ viele Unfälle und dies trotz großer Anstrengungen bei der Verbesserung der Technik, der persönlichen Schutzausrüstung, der Arbeitsorganisation und auch der Ausbildung und Schulung. Wir stellen fest, dass gerade gut ausgebildete, erfahrene Forstwirte immer wieder in Unfälle verwickelt sind, bei denen die Generalregeln der Arbeitssicherheit verletzt werden –teils mit fatalen Folgen.

Die Fragen die es in der Diskussion zu beantworten gilt sind?  warum sich gerade die erfahrenen Kollegen sicherheitswidrig verhalten? Welche Verhaltensmuster liegen dem zu Grunde und vor allen Dingen: was kann der Arbeitsschutz eine Verhaltensänderung beitragen.

Teilnehmer auf dem Podium : Hubert Brand Fachkraft für Arbeitssicherheit, FBZ Buchenbühl, Nürnberg, Volker Gerding Arbeitslehrer, FBZ Weilburg , Prof. Dr. Rüdiger Trimpop, Arbeitspsychologe; Jena; Christian Grunwaldt, Prävention, Kommunale Unfallversicherung, München, Jochen Grünberger, Forstdienstleister, Burgsinn, Bernd Kleindopf, Revierleiter, Weilburg

Moderation Peter Tretter, Forsttechnikerschule Lohr; Lohr am Main

Forum 2
Traumberuf im grünen Rock – welche Perspektiven?

Donnerstag 14. 06. 2012; 13.00 – 14.30 Uhr

In Folge der tiefgreifenden meist mit Sparzwängen begründeten Reformen der Forstverwaltungen hat sich die Arbeitssituation der Beschäftigten im Forst innerhalb kürzester Zeit radikal geändert.

Die Organisationsreformen führten in allen Bundesländern zu einem schnellen und drastischen Personalabbau. Gleichzeitig wurde die forstliche Produktion, besonders die mechanisierte Holzbereitstellung, externalisiert, es entwickelte sich der Sektor forstlicher Dienstleistungen, der in diesem Bereich heute fast das gesamte operationale Geschäft betreibt.

Eine weitere Folge der Organisationsreformen war die Vergrößerung der territorialen Einheiten. Dies führte für viele Beschäftigte zur größerer Arbeitsmenge mit mehr Verantwortung, aber auch zu erheblicher Verdichtung der Arbeit.

Bislang bewährte Berufsbilder sind in Frage gestellt, neue Tätigkeitsfelder mit neuem Auftragsportfolio für Forstleute entstanden.

Gleichzeitig werden die Folgen des demografischen Wandels auch in der Forstwirtschaft immer deutlicher. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten im Forst liegt nach einer Erhebung des KWF bei 51 Jahren. Hier liegt dringender Handlungsbedarf. Altersgerechte Arbeitsplätze mit entsprechenden Maßnahmen der Personalentwicklung, neue Formen der Rekrutierung jüngerer Mitarbeiter, sowie ganz wichtig- die Integration von Familie und Beruf sind Fragen, die in der Diskussion diskutiert werden sollen.

Teilnehmer auf dem Podium:  Dr. Michael Sachse Forstunternehmer, Plauen; Gerd. Friemel, Forstunternehmer, Fahrenbach; Dr. Jens Jacob. Leiter landesforsten Rheinland Pfalz, Mainz; Harald Schaum, IG BAUVorstandsmitglied Frankfurt; Hans Jacobs, BDF Bundesvorsitzender, Reesdorf; Dr. Ruth Dirsch, BaySF; Andreas Helms Revierleiter, Niedersächsische Landesforsten, Tabea Schwimmer, Forst BW Stuttgart.

Moderation: Joachim Morat, KWF, Groß Umstadt

Forum 3
Neues aus Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Donnerstag 14. 06. 2012; 15.00 – 16.30 Uhr

Bei allen Problemen und Schwierigkeiten die Unfallraten in der Forstwirtschaft zu senken und die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern gibt es Erfolg versprechende Entwicklungen und neue Ansätze, die den schrittweisen Fortschritt im Arbeitsschutz augenscheinlich machen. In den Vorträgen werden folgende Themen aufgegriffen:

Initiates file downloadEinführung und Erfahrungen mit dem Arbeitsschutzmanagement nach Ohris
Hubert Brand, Fachkraft für Arbeitssicherheit, FBZ Buchenbühl

Initiates file downloadErgebnisse der Permethrinuntersuchung des DGUV – Folgerungen
Dr. Bernd Roßbach, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Universität Mainz

Initiates file downloadPsychische Belastung – wie macht man eine Gefährdungsbeurteilung
Claudia Gerardi, Diplom Psychologin, Unfallkasse Hessen, Frankfurt

Initiates file downloadSeilarbeit im Forst
Herbert Kirsten, Fachbereich Waldarbeit, Forst BW, Forstlicher Maschinenbetrieb St. Peter

Moderation: Günter Koch, Stellv. Leiter des DGUV Sachgebiets Forsten; Zerbst.

 

Unternehmertag auf der KWF-Tagung

Freitag, 15. Juni 2012 im Kongresszelt der Expo

Freitag 15.06.2012; 10.00 - 11.30 Uhr

Ehrenkolloquium Hans-Jürgen Narjes

Am 10. Mai 2011 ist unerwartet der Vorsitzende des Deutschen Forstunternehmerverbandes DFUV und der AfL Niedersachsen kurz vor Vollendung seines 76. Lebensjahres verstorben. Hans-Jürgen Narjes war nicht nur die Stimme der forstlichen Unternehmer, sondern hat einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung von Waldarbeit und Forsttechnik insgesamt in Deutschland geleistet. Dem Wunsch der Unternehmerverbände, Hans-Jürgen Narjes im Rahmen der 16. KWF-Tagung ausführlich zu würdigen, wird damit entsprochen.

Programm:

Eröffnung durch den Vorstand des DFUV

Würdigung des Lebenswerkes – Dr. Wolf Behrndt

Verbändenetzwerk Deutschland und Europa – Simo Jaakola und Dr. Edgar Kastenholz

Was kostet unsere Arbeit? – Herbert Körner

Wie sind unsere Mitarbeiter künftig ausgebildet? – Dr. Michael Sachse

Freitag 15.06.2012; 14.30 – 16.00 Uhr

Öffentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Forsunternehmerverbandes

 
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